Weiterentwicklung unseres Qualitätsanspruchs – Wechsel von ENplus zu Certified Premium Pellets (CPP)

 Markus Mann

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit mehr als 25 Jahren stehen wir für hochwertige Holzpellets aus regionaler und nachhaltiger Produktion.

Als wir im Jahr 2001 das erste großtechnische Holzpelletwerk Deutschlands in Betrieb nahmen, steckte der Markt noch in den Kinderschuhen. Das gesamte deutsche Marktvolumen lag damals bei lediglich 5.000 Tonnen pro Jahr – wir erreichten bereits eine Produktionskapazität von 20.000 Tonnen. Einheitliche europäische Qualitätsstandards existierten zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Grundlage unserer Arbeit war zunächst die österreichische ÖNORM.

Mit der Entwicklung des Marktes haben wir die Qualitätsstandards von Anfang an aktiv begleitet. Es folgten die DIN-Norm und anschließend DINplus. Gemeinsam mit weiteren Unternehmen unserer Branche gehörten wir zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes (DEPV) und haben die Qualitätsentwicklung in Deutschland von Beginn an unterstützt. Aus diesen Entwicklungen entstand später das heute bekannte ENplus-Zertifizierungssystem auf Basis europäischer und internationaler Normen.

Qualität bedeutet für uns jedoch, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Deshalb haben wir uns entschieden, künftig den Qualitätsverbund Certified Premium Pellets (CPP) zu unterstützen und unsere Holzpellets nach diesem Standard zertifizieren zu lassen.

CPP geht in wesentlichen Punkten über die klassische Produktqualität hinaus und verbindet höchste Pelletqualität mit nachweisbarer Nachhaltigkeit und Klimaschutz. CPP ist eine Gütergemeinschaft, die den neuen RAL-Qualitätsstandard entwickelt hat und betreibt. Wesentliche Punkte des Standards sind:

  • nachhaltige Rohstoffherkunft auf Basis einer SURE-Zertifizierung entsprechend den Anforderungen der europäischen RED III-Richtlinie,

  • verbindliche Nachweise zum CO₂-Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette,

  • Premiumqualität nach DIN EN ISO 17225-2 mit zusätzlich strengeren Anforderungen an verschiedene Qualitätsmerkmale,

  • transparente und nachvollziehbare Klimabilanz.

Mit diesem Schritt möchten wir bewusst ein Zeichen setzen.

Nicht alle Holzpellets weisen die gleiche Klimabilanz auf. Zwischen regional produzierten Pellets und Pellets, die beispielsweise mit einem CO₂-intensiven Strommix hergestellt oder über weite Strecken – etwa aus Nord- oder Südamerika – nach Europa transportiert werden, bestehen erhebliche Unterschiede hinsichtlich ihres tatsächlichen CO₂-Fußabdrucks.

Wir sind überzeugt, dass diese Unterschiede künftig stärker berücksichtigt werden sollten. Unser Ziel ist es, unseren Kunden nicht nur eine hervorragende Produktqualität, sondern auch eine möglichst geringe Klimawirkung und maximale Transparenz anzubieten.

Aus diesem Grund werden wir unsere ENplus-Zertifizierung zum 31. Dezember 2026 auslaufen lassen und unsere Holzpellets künftig nach dem Certified Premium Pellets (CPP)-Standard zertifizieren.

Selbstverständlich erfüllen wir weiterhin sämtliche gesetzlichen Anforderungen sowie alle für unsere Produktion relevanten Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards. Einen Überblick über unsere Zertifizierungen finden Sie am Ende dieses Schreibens.

Dem Schreiben haben wir außerdem ein Informationsblatt zu Certified Premium Pellets (CPP) beigefügt.

Für Ihr langjähriges Vertrauen bedanken wir uns herzlich und freuen uns darauf, den Weg zu einer definierten nachhaltigen Pelletqualität gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen.

Mit freundlichen Grüßen

Markus Mann

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF einsehen.

Neue Pelletheizung für das Schulzentrum Bad Marienberg

In der Marie-Curie-Realschule in Bad Marienberg sorgt seit Kurzem ein Pelletheizhaus für Wärme. Wie die Anlage funktioniert, warum dafür bestehende Container weitergenutzt wurden und welches Contracting-Modell dahintersteht, zeigt der ausführliche Beitrag in der Wäller Energiezeitung KOMPAKT Ausgabe Nr. 55.

Das neue Pelletsheizhaus am Schulzentrum Bad Marienberg.

Die neue Anlage fällt neben dem Schulgebäude (links) und dem „Forum“ (rechts) nicht auf. Der mächtige Kamin gehört zur alten Heizung der Schule. Fotos: Schmalenbach
Zwei Pufferspeicher sorgen dafür, dass keine Wärme aus dem Pelletfeuer ungenutzt verlorengeht und zugleich stets die benötigte Menge Wasser bereits erwärmt ist, wenn es benötigt wird.
Müssen wegen des Heizhauses nicht mehr laufen: die alte Öl- und Gasheizung im Keller der Realschule.
Oben befindet sich das Pelletlager, unten der Brenner.
Verbandsbürgermeister Marvin Kraus (Mitte) und VG-Projektleiter Pascal Wagner (rechts) informieren sich bei Daniel Rahn über technische Details der Anlage in Bad Marienberg.

Lust, es sich auf der Terrasse gutgehen zu lassen

Eine in die Jahre gekommene Terrasse bekommt ein neues Gesicht: Der langjährige Mitarbeiter Willi Köhler zeigt am praktischen Beispiel, wie Terrassendielen aus Lärche eingesetzt werden können. Mehr über das Projekt und das Holz-im-Garten-Sortiment gibt es im vollständigen Beitrag der Wäller Energiezeitung KOMPAKT Ausgabe Nr. 55.

Willi Köhler schraubt die letzte Diele fest.
Noch immer ist der Rentner bei den WWHW aktiv. Dort hat er die neuen Dielen aufgeladen.
Alles Zubehör für die neue Terrasse gibt es ebenfalls in Langenbach.
Nachdem er jetzt nur noch 30 Stunden im Monat arbeitet, bleibt mehr Zeit für Freizeitprojekte.
Fertig! Hier möchte man selbst gerne Platz nehmen und entspannen.
Die Abstandshalter sorgen für gleichmäßige Zwischenräume und „Luft“ unter den Dielen.
Ringsum hat der Handwerker die Terrasse mit Dielen verkleidet. Fotos: Schmalenbach

Tagesschau-Beitrag: Markus Mann über E-Mobilität im Unternehmensfuhrpark

 © ARD

Die anhaltend hohen Kraftstoffpreise setzen Unternehmen weiterhin unter Druck – und rücken Alternativen im Fuhrpark stärker in den Fokus. In der Tagesschau (20.00 Uhr) vom 14.04.2026 äußert sich Markus Mann von den Westerwälder Holzwerken (Rheinland-Pfalz) zum Thema Elektromobilität im Unternehmensfuhrpark.

Bemerkenswert: Der Betrieb hat bereits vor vier Jahren damit begonnen, seine Flotte schrittweise umzustellen. Inzwischen sind 8 von 12 Lkw elektrisch unterwegs. Markus Mann berichtet im Beitrag aus der Praxis, welche Rolle E-Mobilität im Betrieb spielt und welche Überlegungen bei der Umstellung entscheidend sind.

Das Video zur Sendung finden Sie nachstehend. Der Beitrag startet bei Minute 9:35.
Link zum Video

35 Jahre Pioniergeist: Die erste Windkraftanlage im Windpark Langenbach

Ein besonderes Jubiläum: Seit nunmehr 35 Jahren dreht sich die Windkraftanlage über Langenbach unermüdlich im Westerwälder Wind – ein eindrucksvolles Symbol für Weitblick, Innovationskraft und nachhaltiges Handeln.

Bereits im Jahr 1991 bewies Markus Mann echten Pioniergeist. Zu einer Zeit, in der erneuerbare Energien noch in den Kinderschuhen steckten, erkannte er das Potenzial des Westerwälder Windes und errichtete im Windpark Langenbach die erste kommerziell genutzte Windkraftanlage in Rheinland-Pfalz. Die Anlage des Herstellers „Bonus Energy A/S“ setzte damals Maßstäbe: Mit einer Leistung von 150 kW war sie die größte serienmäßig verfügbare Windkraftanlage ihrer Zeit.

Heute, 35 Jahre später, hat sich die Windenergietechnik rasant weiterentwickelt. Moderne Anlagen sind leistungsstärker, effizienter und technologisch hochkomplex. Doch die Anlage von damals läuft bis heute zuverlässig und zeugt von der Qualität ihrer Bauweise ebenso wie von der nachhaltigen Vision ihres Gründers.

Dieses Jubiläum steht nicht nur für eine technische Erfolgsgeschichte, sondern auch für den Beginn einer Entwicklung, die die Energieversorgung nachhaltig verändert hat. Die Windkraftanlage in Langenbach ist damit weit mehr als nur ein Stück Technik – sie ist ein Meilenstein der regionalen Energiewende und ein beeindruckendes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man frühzeitig an die Zukunft glaubt.

Die Tiere stehen darauf

Die Westerwälder Holzwerke unterstützen den Gnadenbrothof Ziegenhain mit Pellets, die dort als Einstreu eingesetzt werden. Der Beitrag erzählt von den Tieren, den Menschen hinter dem Projekt und ihrem täglichen Einsatz auf dem Hof.

Andrea Mais berichtet, dass die Tiere wie Pony Schöne Schwarze die neue Einstreu vom ersten Tag an super angenommen haben.
Platz für weitere Tiere wäre auf den zum Hof gehörenden Flächen reichlich.
Hofgründerin Andrea Mais, hier mit Katze Milou, versorgt seit 1987 Tiere in Not.
Anja Hedden kümmert sich um Lusitano Blanquita. Fotos: Schmalenbach
Mausi scheinen die „Supreme Pellets“ in der Kaninchen-Toilette zu gefallen.
Andrea Mais hat einen ehemaligen Swimmingpool zum Salzwasserschwimmbecken für die Vierbeiner umfunktioniert. Für einige von ihnen eine wichtige Bewegungstherapie.
Anja Hedden schafft jeden Samstag auf dem Hof, da sie unter der Woche einer Erwerbsarbeit nachgeht.
Offenbar fühlt sich auch Australian Shepherd Patoune auf dem neuen Untergrund wohl.

Keine Stärke, aber mehr Dampf

Nils Buchner dürfte froh sein, diesen „Arbeitskollegen“ zur Seite zu haben! Denn der übernimmt es für ihn, die länglichen Säcke von einem Förderband zu nehmen, sie zu heben und auf Paletten zu stapeln, während Buchner die Pellet-Absackanlage der „Westerwälder Holzwerke“ (WWHW) bedient. Elf Lagen schichtet der „Kollege“ übereinander, bestehend aus je fünf Säcken – jeder davon 14 Kilogramm schwer. Dieser „Kollege“ jedoch ist kein Mensch, sondern ein Roboter. Und er greift die Säcke auch nicht, sondern packt sie mittels Unterdruck mit vier Saugnäpfen. „Supreme Pellets“ steht auf diesen Säcken. Ist da also etwas anderes drin als die bewährten Westerwälder Holzpellets?

 Nicolai Klein schildert, dass die Oberfläche der „Supreme Pellets“ ideal sei, um Flüssigkeiten im Stall aufzunehmen.  Nach dem Absacken laufen die Säcke über ein Band zum Roboter.

„Grundsätzlich produzieren wir Holzpellets nach der Norm DIN EN ISO 17225-2“, erläutert Daniel Rahn, Prokurist und Projektingenieur der WWHW. Er kümmert sich ums Qualitätsmanagement der Produkte und führt aus, dass die besagte Norm haarklein regele, wie Holzpellets als Brennstoff zu produzieren sind, damit sie die auch als „A1“ bekannte Qualitätsklasse erreichen.

Rahn hat im Pelletwerk der WWHW, wo er Produktproben begutachtet, eine lange und recht komplexe Tabelle dabei. In der sind gewiss zwei Dutzend „Prüfpflichtige Produkteigenschaften“ in detaillierten Grenzwerten aufgeführt, die zur Erreichung der Norm eingehalten werden müssen – von der „Schüttdichte“ bis zum Durchmesser.

„Natürlich: Den Kunden, der unsere Holzpellets als Einstreu in seinem Stall benutzt, interessiert dann die mechanische Festigkeit, Themen wie der Heizwert oder die Ascheerweichungstemperatur eher weniger“, ergänzt Rahn mit Blick auf das Papier augenzwinkernd. „Für ihn sind ganz andere Faktoren entscheidend!“

 Daniel Rahn überprüft die Pellets direkt an der Presse.

So sei zum Beispiel für den perfekten Betrieb einer Pelletheizung wichtig, dass der Feinanteil möglichst gering ist, der mit der mechanischen Festigkeit zusammenhängt: Werden die Pellets in den Bunker eingeblasen und reiben dabei aneinander, soll möglichst wenig Abrieb entstehen. Ebenso ist der Heizwert ein wichtiges Kriterium, um „möglichst viel Wärme fürs Geld“ in die Stube zu bekommen. „All das ist im Stall jedoch überhaupt nicht erheblich“, betont Rahn, „dort liegen die Pellets auf dem Boden und sollen die Stallhygiene verbessern.“

„Dabei ist eher die Oberflächenstruktur der Pellets von

Interesse, ob sie zum Beispiel Flüssigkeiten besser aufnehmen können“, fügt Nicolai Klein hinzu. Er ist Betriebsleiter des Kraft- und Pelletwerks bei den WWHW und stellt heraus, dass der klassische Pellet zum Verfeuern eine vergleichsweise glatte Oberfläche aufweise. Diese besonders gute Festigkeit erreichen die Westerwälder in ihren Pelletpressen, indem den Holzspänen, die zu Pellets gepresst werden, ganz geringe Mengen Stärke zugesetzt werden, verrät Klein einen technischen Kniff.

„Der Anteil der Stärke in unseren Pellets liegt allerdings bei maximal 0,3 Prozent“, erklärt Daniel Rahn. Diese Stärke sei vollkommen natürlich, da es sich im Grunde um Mehl handele, wie man es daheim zum Kuchenbacken benutzt: „Das ist eine Mehlmischung, meist Mais und Weizen. In den Mühlen, in denen Getreide zu Mehl vermahlen wird, fällt sogenannte ‚An- und Abfahrware‘ an. Wenn in den Walzenstühlen beispielsweise von Maismehl auf Weizen umgestellt wird, entsteht eine Vermischung in den Prozessen der Mühle, ehe alle Reste der vorher vermahlenen Mehlsorte aus der Anlage heraus sind“, schildert der Ingenieur. Um trotzdem Sortenreinheit in der Mehltüte hinzubekommen, werde diese An- und Abfahrware in der Mühle in eigene Silos abgezweigt. „Und diese Mehlreste werden uns dann als ‚technische Stärke‘ verkauft“, ergänzt er. Dabei sei es egal, um welches Mehl es sich handele. Für die Pelletproduktion sei allein die in den Mehlen enthaltene Stärke wichtig.

Und hier wird der wichtigste Unterschied zu den „Supreme Pellets“ für den Stall deutlich: In denen fehlt die geringe Menge Stärke. Denn im Stall ist es eher gewollt, dass die Pellets nicht ganz so fest sind wie die original Westerwälder Holzpellets für die Heizung. „Im Stall werden Pellets ohnehin vor dem Einsatz ein bisschen mit Wasser benetzt“, sagt Daniel Rahn, „man geht einmal mit dem Gartenschlauch drüber, weicht die Pellets etwas ein, so dass sie zerfallen – nicht staubig allerdings, sondern eher griffig.“

Um diese andere Beschaffenheit hinzubekommen, werde nicht nur auf die sonst bewährte Stärke verzichtet, so Nicolai Klein: „Wir spielen auch noch mehr mit der Dampfzufuhr bei den ‚Supreme Pellets‘. Vor unseren Pelletpressen gibt es einen Reifebehälter. Dort wird den Holzspänen Dampf aus unserem benachbarten Biomasseheizkraftwerk hinzugefügt. Das passiert auch im normalen Pressprozess für die Brennstoff-Pellets. Aber bei denen für die Einstreu geben wir viel mehr Dampf drauf, um eine offene Oberfläche der fertigen ‚Supreme Pellets‘ hinzubekommen“, erläutert der Betriebsleiter. „Die Oberfläche wird dadurch nicht so glänzend-gebunden, sondern eher schuppig, offenporig.“ Und das, so Klein, komme der Fähigkeit der „Supreme Pellets“, die Feuchtigkeit im Stall besonders gut aufzunehmen und nebenbei Gerüche zu binden, sehr zugute.

Daniel Rahn unterstreicht abschließend noch, dass sich die beiden Pellet-Sorten in einer Hinsicht überhaupt nicht unterscheiden: „Beide sind 100-prozentige Naturprodukte! An beide Produkte legen wir die selben Nachhaltigkeitskriterien an: Ressourceneffizienz, Regionalität, eine niedrige Treibhausgasbilanz. Es sind auch in beiden Fällen Pellets aus chemisch unbehandelten Nebenprodukten aus unserem Sägewerksprozess gleich nebenan.“

 „Mitarbeiter“ ohne Rückenschmerzen: Der Roboter übernimmt das Stapeln der „Supreme Pellets“.

Nils Buchners stählerner „Kollege“ hat unterdessen schon wieder elf Lagen Säcke voll „Supreme Pellets“ aufeinander gestapelt, die direkt nebenan im „Absacker“

befüllt und verschlossen worden sind. Die fertig bestückte Palette fährt daraufhin auf einem Förderweg zu einer Station, wo die Säcke darauf für mehr Stabilität beim Transport in Folie eingewickelt werden.

Es ist gewiss gut für seinen Rücken, dass Buchner die in Summe 770 Kilo schweren Gebinde je Palette nicht den ganzen Arbeitstag über selbst heben muss – sondern am Bildschirm den Roboter dirigieren kann.

SWR-aktuell Beitrag vom 28.03.2026

Den Beitrag über klicken aufs Bild ansehen! © ARD

Die „Earth Hour“ steht jedes Jahr symbolisch für mehr Bewusstsein im Umgang mit Energie. Doch in Zeiten steigender Preise und globaler Unsicherheiten bekommt diese Botschaft eine ganz neue Dringlichkeit.

Energie sparen ist längst kein reines Symbol mehr – es ist zur echten Notwendigkeit geworden.

Umso besser, wenn dieser Schritt bereits gegangen ist: Die Westerwälder Holzwerke zeigen, wie moderne Energieautarkie heute aussehen kann.

Buche: Stabiler und auf dem Markt begehrt

Mit der neuen Blockbandsäge können die Westerwälder Holzwerke neben Nadelholz auch Buche verarbeiten. Der Beitrag wirft einen Blick in die Produktion und zeigt, welche Besonderheiten bei der Verarbeitung des Laubholzes zu beachten sind.

Buchen-Kanthölzer bei den WWHW: Die Buche ist regional verfügbar und es gibt auch einen regionalen Markt dafür. Fotos: Schmalenbach
Die Spannungen im Holz haben eine enorme Kraft, wie am linken Stamm zu sehen ist.
Das Schnittbild beim Scharfschnitt…
…und beim Blockschnitt, mit dem die Buche bearbeitet wird.
Jan-Philipp Alhäuser erzählt, dass das Unternehmen erst lernen musste, wie man Buche perfekt schneidet, um jetzt Top-Qualität auch mit dieser Holzart herstellen zu können.

Kaufen, wo zuvor weniger eingeschlagen wurde

Woher kommt künftig das Holz für die Verarbeitung und wie verändert sich das Rohstoffangebot? Der Beitrag beschäftigt sich mit der Situation der Wälder und den daraus entstehenden Herausforderungen für die Holzverarbeitung.

Auf den Rundholzplatz der WWHW kommen nun mehr Holzarten.
Borkenkäferspuren in einem Rindenstück in einem mittelhessischen Wald: Stürme oder Käferbefall vernichten große Waldgebiete in Europa. Fotos (3): Schmalenbach
Eine hölzerne Stabkirche in Norwegen. Foto: monikawl99

60-mal Rosenheimer Lay und zurück

Rundholz kommt per Bahn in den Westerwald – doch die letzten Kilometer bis zum Werk müssen auf der Straße zurückgelegt werden. Der Beitrag begleitet Fahrer Stefan Sturm bei den Fahrten zwischen Rosenheimer Lay und Langenbach und gibt Einblicke in die Logistik hinter einer Zuglieferung.

Am einst für den Basaltabtransport angelegten Bahnhof lädt Stefan Sturm Holz auf den E-Lkw. Da er ein routinierter Baggerfahrer ist, kann er auch diesen Schritt selbst erledigen. Fotos (7): Schmalenbach
In Garnituren mit maximal fünf Waggons je Durchgang aufgeteilt, ist das Holz aus dem Komplettzug zur Rosenheimer Lay gefahren worden. Foto: WWHW
Auf dem Gelände ist das Holz zwischengelagert worden, um es anschließend von dort in etwa 60 Touren nach Langenbach zu fahren.
Stefan Sturm gurtet seine Fracht sicher an.
Der mit Rungen ausgestattete Auflieger ist eigens für den Rundholztransport gedacht.
Vom Trailer wird das Holz direkt auf die Rundholzsortierung gelegt.
Da die Bahnlinie etwa acht Kilometer vor dem Firmengelände endet, muss das letzte Stück auf der Straße zurückgelegt werden, unter anderem durch Elkenroth, wo es politischen Widerstand gegen die direkte Anbindung der WWHW an die Bahntrasse gab.

Wenn ein Rundholzzug eintrifft, ist Flexibilität gefragt – manchmal auch am Wochenende.

Betriebsleiter Jan-Philipp Alhäuser berichtet über die Abläufe, die Zusammenarbeit im Team und die Herausforderungen rund um die Holzanlieferung per Bahn. Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Wäller Energiezeitung KOMPAKT.

Ist der Zug mit dem Holz erst da, müssen alle mitziehen, damit die Entladung klappt.

auszeichnung in der kategorie mobilität

Die Firmengruppe MANN wurde im Rahmen des regionalen Wettbewerbs „Grüne Welle“ in der Kategorie Mobilität ausgezeichnet. Was hinter der Auszeichnung steckt und welche Projekte die Jury betrachtet hat, zeigt der vollständige Beitrag in der Wäller Energiezeitung KOMPAKT.

Bei den WWHW wird ein Auflieger mit Westerwälder Holzpellets in Säcken beladen. Gezogen wird die Fracht von einem vollelektrischen „Volvo“ mit einer 540 Kilowattstunden fassenden Batterie. Foto: Schmalenbach
Die Auszeichnung, die „MANN Naturenergie“ erhalten hat.

Eher ernsthaft wie Kay

Vor 15 Jahren entstand mit „MANN ist bereit“ ein ungewöhnlicher Unternehmensfilm in Anlehnung an „Men in Black“. Reinhard Weiß blickt zurück auf Dreharbeiten, Ideen und die Veränderungen im Unternehmen seitdem. Das vollständige Interview gibt es in der Wäller Energiezeitung.

„Da haben wir uns damals im Prinzip ‚gesucht und gefunden‘, wie man so sagt“, erinnert sich Reinhard Weiß an seinen Einstieg im Unternehmen von Markus Mann.
Der Koblenzer hat beim Filmdreh anno 2025 wieder mitgewirkt.
In 15 Jahren wäre er erneut dabei, sollte „MANN Naturenergie“ abermals eine Neuverfilmung planen, lacht Reinhard Weiß (rechts). Fotos: Schmalenbach

Solche Entwicklungen machen Hoffnung

Wie hat sich die Energieversorgung am Standort Langenbach verändert und welche Projekte sind dort über die Jahre entstanden? Im Interview spricht Markus Mann über Erfahrungen, Investitionen und seine Sicht auf die Entwicklung der Energieversorgung. Das vollständige Gespräch lesen Sie in der Wäller Energiezeitung.

Markus Mann (links) in einer Szene der 2025er Film-Neufassung. Der Unternehmer hofft, dass bis zu einer möglichen dritten Auflage von „MIB“ nach weiteren 15 Jahren bidirektionales Laden üblich sein wird.
Investitionen, um bei der eigenen Energienutzung besser zu werden: Die PV-Module an den Pelletsilos gab es 2010 noch nicht.
Im Westerwälder Unternehmen hat sich in den 15 Jahren viel verändert. Rollt im 2010er-Film noch ein Diesel-Lkw durchs Bild, benutzen Markus Mann (vorne) und Reinhard Weiß im Neudreh einen E-Lkw, wie sie bei den „Westerwälder Holzwerken“ (WWHW) längst üblich sind bei Pelletlieferungen.
Markus Mann ist davon überzeugt, dass die Klimaneutralität bis 2045 gelingen wird. Fotos: Schmalenbach

Engagement für eine nachhaltige Zukunft

In Anzère werden jährlich 200.000 „kommerzielle Übernachtungen“ registriert. Zu den vielen Touristen in dem Schweizer Ferienort kommen Menschen, die dort eine Zweitwohnung besitzen und ebenfalls eine Zeitlang in dem Dorf in den Walliser Alpen verbringen. „Wir verzeichnen jedes Jahr etwa 500.000 Übernachtungen durch unsere Zweitwohnungsbesitzer“, erläutert Stéphanie Dijkman. Gemein ist beiden Gruppen, dass sie in der eher kalten Jahreszeit zu Gast sind: „Der Besucherhöhepunkt liegt eindeutig im Winter“, bestätigt die Direktorin des örtlichen Tourismusbüros. Dass es in der von den Reisenden bevorzugten Jahreszeit in deren Unterkünften trotz der Minusgrade draußen angenehm warm ist, liegt auch an der CBA. Die „Chauffage Bois Énergie Anzère“ versorgt etwa 80 Prozent der Gebäude im Dorf mit umweltfreundlicher Fernwärme. Die Firma hat jetzt ihr 15. Jubiläum gefeiert.

 Das „Anzère Wellness & Spa“ ist eines von 100 an die Fernwärme angeschlossenen Objekten in dem 900-Einwohner-Dorf.  Fotos (3): MANN Naturenergie

Einstmals mussten große Mengen Heizöl die Walliser Alpen hinauf geschafft und ins auf 1.500 bis 2.500 Meter gelegene Anzère gebracht werden, um es in allen Ferienwohnungen, Hotels und Restaurants warm zu bekommen. Bis zu 1.500.000 Liter Heizöl würden beim heutigen Ausbaustand des Ortes dazu benötigt, deren Verbrennung einen CO2-Ausstoß von bis zu 3.600 Tonnen im Jahr verursachen würde!

Stattdessen jedoch arbeitet die Heizzentrale der CBA in ihrem 15. Betriebsjahr ausschließlich mit Holzpellets in den insgesamt drei Kesseln, die maximal zugleich betrieben werden (siehe „3.000 Tonnen für 100 Kunden“). Der Brennstoff dafür kommt von den heimischen Anbietern „Matterhorn Pellets AG“ (Zermatt) sowie der „BestPellet Wärme AG“ (Düdingen), die beide versichern, zu 100 Prozent mit lokalen Rohstoffen zu produzieren. Da die CBA im laufenden Jahr weitere Kunden hinzubekommen hat, spart sie 2025 voraussichtlich sogar über 4.000 Tonnen CO2 gegenüber der Nutzung fossiler Energieträger ein.

 Stéphanie Dijkman vom Tourismusbüro Anzère findet, dass die CBA wichtig ist für die nachhaltige Zukunft des Ferienortes, in dem sie arbeitet.   Foto: Genevay

Ein großer Teil der Gäste in Anzère sind laut Stephanie Dijkman Stammgäste, vor allem Familien und Paare, die Jahr für Jahr zurückkehren und oft selbst eine der Zweitwohnungen in der Schweiz besitzen. Gleichwohl zieht vor allem der „Magic Pass“ zusehends neue Besucher an. Dieses Jahresabonnement ermöglicht den kostenlosen Zugang zu den Anlagen von Anzère und vielen anderen Partnerstationen in der Schweiz und bietet freien Eintritt zu über 2.000 Kilometern Skipisten, Wanderwegen, in zwanzig Snowparks und zu anderen Attraktionen. Darunter sind ebenso Thermalbäder.

Auch in Anzère selbst gibt es ein solches Thermalbad, das „Anzère Spa & Wellness“. Auf insgesamt 1.500 Quadratmetern stehen ein Innen- und Außenbecken, diverse Saunen sowie ein 36 Grad warmer Whirlpool und ein 40 Grad warmer Hammam für die Erholungssuchenden zur Verfügung. Dass sie dort wohlige Temperaturen erleben, liegt ebenfalls an der Fernwärme, die die CBA in der Pelletheizzentrale erzeugt und über fast fünf Kilometer Rohrleitungen im Ort verteilt. Das Spa ist daran angebunden.

Ebenso finden sich die örtlichen Hotels „Eden“, „Les Masques“ und „Zodiaque“ unter den Kunden der Gesellschaft; in Summe deckt sie als Wärmeversorger rund 80 Prozent der Betten des Ortes ab, der als eines von insgesamt elf Dörfern der Gemeinde Ayent mit lediglich 900 Einwohnern (beziehungsweise 4.446 in der gesamten Gemeinde, Stand Februar 2024) eher klein ist.

 Blick auf die Heizzentrale, die oberhalb des Ortes liegt.

Jedoch stehen der beschaulichen Zahl Einheimischer große Dimensionen für den boomenden Tourismusbetrieb gegenüber: 13 Skilifte befördern im Winter die Skifahrer auf die 58 Kilometer Piste des Ortes. Ausruhen können sie in 8.500 Gästebetten, acht Gruppenunterkünften und fünf Hotels. Für den Après-Ski sind 29 Restaurants und sieben Weinkeller sowie 13 Bars beziehungsweise Imbissbetriebe vorhanden.

Doch wie passen umweltfreundliche Energieversorgung einerseits und Massentourismus andererseits zusammen? „Was das Verhältnis zwischen Tourismus und Nachhaltigkeit betrifft, sind wir der Meinung, dass es sich nicht um einen Widerspruch handelt, sondern um ein Gleichgewicht, das es zu finden gilt. Die Herausforderung besteht darin, ein qualitativ hochwertiges touristisches Angebot zu schaffen und gleichzeitig die lokalen Ressourcen und die Identität des Gebiets zu respektieren“, antwortet Stéphanie Dijkman.

 Die Gemeinde Ayent, zu der Anzère gehört, erstreckt sich von der Rhône-Ebene bis zum 3.248 Meter hohen Wildhorn in den Berner Alpen.   Foto: adobe

Anzère setze ihr zufolge auf einen „sanften, menschlich geprägten Tourismus“, der auf kurze Wege, sanfte Mobilität und die Nutzung lokaler Energiequellen ausgerichtet sei. „Es handelt sich um einen verantwortungsvollen Ansatz, der darauf abzielt, die natürliche Umgebung zu bewahren und gleichzeitig die lokale Wirtschaft zu stärken“, fährt sie fort. „Wir wissen, dass der Schutz der Umwelt entscheidend ist, um die Attraktivität der Destination langfristig zu sichern. Die Pellets-Heizzentrale der CBA ist ein starkes Symbol dieser Philosophie“, betont die Tourismus-Direktorin, „sie ist ein konkretes Beispiel für eine erfolgreiche Energiewende im Berggebiet und verdeutlicht unser gemeinsames Engagement für eine nachhaltige Zukunft von Anzère.“

Uwe Schmalenbach

3.000 Tonnen für 100 Kunden

Rund 100 Kunden in Anzère werden über das örtliche Wärmenetz versorgt. Der Artikel zeigt, welche Technik dahintersteht, wie viele Pellets benötigt werden und wie sich die Anlage seit ihrer Inbetriebnahme entwickelt hat. Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Wäller Energiezeitung KOPMAKT.

11.500 Megawattstunden Wärmeenergie werden für den Ort im Wallis benötigt. Fotos: „MANN Naturenergie“
An der Heizzentrale sind im Jubiläumsjahr sechs Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge installiert worden, darunter dieser 150-KW-Schnelllader.
Markus Mann, Präsident der „Chauffage Bois Energie Anzère“ (links), und Pierre Oberson, Aufsichtsrat der CBA und Generalsekretär der „Groupe E“, einem großen Energieversorger in der Westschweiz, am mit zwei Ladepunkten ausgestatten Schnelllader. Dieser bietet 150 kW Leistung.

Familienunternehmen machen Wirtschaft aus

Achim Schwickert ist seit 2009 Landrat des Westerwaldkreises. In diesem liegt Langenbach bei Kirburg, der Firmensitz der MANN-Gruppe. Der CDU-Politiker schildert im Interview mit Uwe Schmalenbach, dass die wirtschaftliche Bedeutung der Region und ihrer Familienunternehmen zuweilen unterschätzt werde.


 Landrat Achim Schwickert (rechts) betont die Bedeutung der Familienunternehmen wie jener von Thomas (links) und Markus Mann für den Westerwald.   Fotos: Schmalenbach

Warum sind Sie heute hierher gekommen?

Wenn ein Familienunternehmen 100 Jahre alt wird und ein Landrat eine Einladung bekommt, fährt er sehr gerne dorthin. Denn Familienunternehmen sind das, was uns im Kern in der Wirtschaft im Westerwald ausmacht. Sie brauchen bestimmte Rahmenbedingungen, insbesondere eine funktionierende Familie. Und die Idee, wie ein solches Unternehmen in die nächste Generation kommt. Das ist herausfordernd, wird aber von vielen Betrieben bei uns noch gemeistert.




Was ist Ihrer Meinung nach die Stärke dieses „familiären Wirtschaftssystems“?

Es hat den Vorteil, dass es gewisse Vertrauensverhältnisse gibt. Unter den Unternehmern untereinander, so dass sie sich wechselseitig helfen, und natürlich bei der Innovationskraft.




Wie meinen Sie das?

Der eine schaut beim anderen zu, man hat vielleicht auch gemeinsame Kunden, bespricht das eine oder andere, und dann wird aus vielen kleinen Unternehmen eine Innovationskraft, wie sie sonst eher große Unternehmen aufweisen.




Nun ist der Norden von Rheinland-Pfalz nicht der am dichtesten besiedelte Raum in Deutschland. Dennoch „dreht“ sich hier vieles. Der Eindruck, den manche von außen haben, ist demnach falsch, dass die Region „abgehängt“ wäre?

Wir sind, wenn man auf die nackten Zahlen im Vergleich zu anderen blickt, durchaus eine wirtschaftsstarke Region! Viele vermuten das nicht, denn wenn man in die Historie guckt, sind wir ja eher ein „Arme-Leute-Land“ gewesen. Aber gerade das ist die Grundlage dafür, dass die Menschen hier gesehen haben, dass sie eine Menge arbeiten müssen, erfindungsreich sein müssen. Wir haben hier nicht die „großen Geschenke“, also fette Böden, in denen dicke Kartoffeln wachsen, die sind ein bisschen kleiner hier (schmunzelt). Man hat es aber geschafft, sich zwischen den Ballungszentren zu behaupten und langsam, still und heimlich zu wachsen.




Wie wichtig sind Familienunternehmen eigentlich für das Gemeinwohl?

Eine wirtschaftliche Grundlage bieten sie, auch eine verlässliche. Es gibt aber noch ein zweites Momentum: Sie wirken ganz anders in die Bevölkerung hinein als vielleicht der eine oder andere Großkonzern, wo die CEOs häufig mit der Region nichts zu tun haben: Wenn sie gute Zahlen liefern, bleiben sie, wenn sie schlechte liefern, sind sie weg. Das ist bei Familienunternehmen nicht so. Denn deren Familien wohnen ja auch hier. Sie haben ein Interesse daran, dass wir funktionierende Schulen und genug Kindertagesstätten haben; sie wirken in die Dörfer hinein, weil viele Einheimische Arbeit bei ihnen finden. Natürlich pendeln auch viele von uns aus, allerdings haben wir ebenso einen kräftigen Stamm, der in den heimischen Familienunternehmen beschäftigt ist. Das gibt noch einmal eine besondere Verbindung – und in schwierigen Zeiten nicht immer sofort eine Entlassung! Weil man weiß, dass man die Leute wieder braucht, wenn es wieder läuft. Und dann sind sie auch da. Insofern funktioniert das gesellschaftliche Gefüge mit den Unternehmen, nicht gegen sie. Das zeichnet uns, so glaube ich, ein bisschen aus.





Man sieht an etlichen Neubaugebieten im Westerwald, dass das für eine Reihe Menschen ein attraktiver Zusammenhang zu sein scheint, die gerne hier leben oder denen die Immobilie im Taunus zu teuer war, oder?

Auch unsere Unternehmen sind auf der Suche nach Fachkräften. Wir müssen die Firmen unterstützen, wenn es um Menschen geht, die Ausbildungsstandards aus anderen Regionen haben. Wir müssen für ordentliche Rahmenbedingungen sorgen, dass die Unternehmen mit diesen Menschen reden können, ob sie herkommen wollen. Da spielt nicht nur der Arbeitsplatz eine Rolle, sondern auch bezahlbarer Wohnraum oder sogar ein verfügbarer Bauplatz. Das haben wir in den letzten Jahren gemerkt: Die Bevölkerung insgesamt ist in der Region entgegen allen Prognosen gewachsen. Wir kommen langsam ein bisschen an die Grenzen der Ausweisung von Baugebieten, weshalb es wichtig ist, dass wir in den Dorfkernen ältere Häuser ertüchtigen. Da braucht man die nötige Flexibilität bei den Baugenehmigungen und natürlich heimische Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die zur Finanzierung bereitstehen, zudem das eine oder andere Förderprogramm. Und man muss die Leute an die Hand und in die Dorfgemeinschaft aufnehmen!




Hat die Politik dabei Gestaltungsmöglichkeiten, in dem zum Beispiel Genehmigungen leichter und schneller zu haben sind?

Das ist ja gerade unsere Aufgabe. Wir wollen den Entwicklungen nicht entgegenstehen, sondern mit ihnen gehen, sie begleiten. Das Wort Rahmenbedingungen hat sich ein bisschen abgenutzt – also, man braucht eine vernünftige Grundlage! Dazu gehört auch ein gewisses Vertrauen, beidseitig. Und das ist natürlich in einem Familienunternehmen eher herzustellen, weil man einfach zu seinem Wort steht und sich immer zwei-, dreimal trifft.

„Tage der offenen Tür“: Es zischt und macht

„Die Betriebsführung! Und dabei vor allem die neue Säge“: Diese Antwort geben die meisten Besucher auf die Frage, was ihnen bei den „Tagen der offenen Tür“ am besten gefalle. Mit diesem zweitägigen Event feiert die Firmengruppe MANN zugleich ihren 100. Geburtstag.

 Die neue Blockbandsäge begeistert alle Besuchergruppen.

Paula interessiert sich nicht allzu sehr für die technischen Details zu den ausgestellten Matrizen der Pressen im Pelletwerk. Aber dass sie die kleinen Holzpresslinge, die darin liegen, ganz wunderbar durch ihre Finger rieseln lassen kann, findet die Dreijährige super!

 Paula spielt mit den „Westerwälder Holzpellets, die in der ausgestellte Matrize der Pelletpresse liegen.

Das Mädchen ist mit seiner Familie bei den „Tagen der offenen Tür“ in Langenbach. „Wir haben eine Pelletheizung und sind seit deren Einbau vor zwei Jahren Kunde hier. Grundsätzlich sind wir damit sehr zufrieden, es funktioniert richtig gut“, beschreibt Paulas Papa. „Man muss eben hin und wieder den Aschekasten leermachen – wenn man das vergisst, hat man halt mal eine Störung.“ Aber das, fügt der Hausbesitzer an, sei bei einer Gasheizung, die mäßig gewartet sei, schließlich nicht anders.

Paulas Familie wohnt „kurz hinter Montabaur“. Der Vater erzählt noch, dass er und seine Lieben schon zum zweiten Mal bei einem „Tag der offenen Tür“ bei MANN und den „Westerwälder Holzwerken“ (WWHW) seien. „Die Kinder freuen sich immer über die Dampfmaschinen, die es hier zu sehen gibt“, zwinkert er, „es zischt und macht! Das ist schön.“ Die neue Blockbandsäge im Sägewerk der WWHW habe er selbst noch nicht gesehen, darum gefalle ihm die Möglichkeit, die neue Anlage in diesem Jahr ebenfalls kennenzulernen.

Neben dem Einblick in Sägelinien, das Pelletwerk, die Strom-Großspeichertechnik auf dem Firmengelände oder in die Rundholzsortierung ist es gewiss der, mit dem Aufreißen des Himmels mehr und mehr herrschende, Volksfestcharakter der Veranstaltung, der so viele Menschen ins eher kleine Langenbach (rund 1.100 Einwohner) zieht. Der gusseiserne Brunnen vor der Alten Schule des Ortes ist zum „Bierbrunnen“ geworden, aus seinem Hahn rinnt darum kein Wasser, sondern „Hachenburger Pils“. „Das ist schon das vierte 50-Liter-Fass heute“, berichtet der mit seinem Kollegen Jörg Thielmann eifrig zapfende Maik Christ. Sonst kennen ihn die Menschen der Region als den Fahrer, der ihnen Westerwälder Holzpellets bringt.

 Aus dem Taunus: Wolfgang Schwabe betrachtet den Rundholzplatz vom Dach des Sägewerkes aus.

Für Kinder gibt es ebenso viele Aktivitäten – vom ungefährlichen Armbrustschießen mit Korken über Fahrten im Dampfkarussell bis zum Bewegungsparcours. Musiker wie zum Beispiel jene der „Daadetaler Knappenkapelle“ oder von „Rot-Weiß Nauroth“ sorgen für Stimmung.

Doch die eigentlichen Themen – die Energiewende, die Nutzung der Erneuerbaren, deren Einsatz im industriellen Rahmen – sind an beiden „Tagen der offenen Tür“ so allgegenwärtig wie das mächtige Schnaufen der Dampfwalze „Julia“, die Besucher umherfährt.

 Die Nutzung von Grünstrom, wie ihn MANN auch an den Pelletsilos erzeugt, halten Karl-Heinz und Jutta Vetter (vorne) für ökologisch geboten.   Fotos: Schmalenbach

„Weil mich das Thema Erneuerbare generell interessiert“, entgegnet entsprechend Karl-Heinz Vetter, danach gefragt, weshalb er mit seiner Frau Jutta nach Langenbach gekommen sei. „Wir haben ebenfalls eine Photovoltaikanlage, seit acht Jahren einen Pelletofen, sind also voll im Thema drin. Die PV läuft 2028 aus der Förderung; wir überlegen, sie dann eventuell auf 30 Kilowatt (kW) Leistung hochzurüsten und den Strom, wenn es die gesetzlichen Voraussetzungen gibt, zu vermarkten.“ Die Nutzung von Solarstrom und Pellets sei zudem eine ökologische Entscheidung, ergänzen Vetters, „und da wir auch ein Holzhaus haben, ist das so schlüssig“, verdeutlicht das Paar, das in Straßenhaus lebt.

„Wir haben zwei Sägelinien: wir haben eine Schwachholzlinie und wir haben eine Starkholzlinie“, erklärt Daniel Rahn, während er die Gruppe mit den Vetters auf das Dach des Sägewerkes geleitet. Von dort aus können die Besucher im Rahmen der Betriebsführung einen wunderbaren Überblick über die unterschiedlichen Holzpolter bekommen.

Rahns Kollege und Betriebsleiter Jan-Philipp Alhäuser erläutert auf seiner Runde mit Gästen, dass 24 verschiedene Polter nach Durchmessern und Länge des Rundholz‘ sortiert seien, damit die Schwachholzlinie nicht allzu oft umgebaut werden müsse, da sie mit einem festen Maß arbeitet. Im Unterschied dazu haben die Abschnitte in den Poltern für die Starkholzlinie ganz verschiedene Durchmesser, was man vom Dach aus sehr gut erkennen kann. Die Blockbandsäge in der Starkholzlinie vermöge es nämlich, variable Dimensionen zugleich zu verarbeiten, so Alhäuser.

Die Betriebsführungen sind offenkundig äußerst beliebt: Mehrfach sammeln sich am Treffpunkt zu den stündlich startenden Rundgängen derart viele Interessenten, dass die Gruppen geteilt werden müssen.

Unterwegs erfahren die Besucher immer wieder Einzelheiten, die sie in Erstaunen versetzen: dass die Sägeblätter der neuen Blockbandsäge im Mittel gerade einmal 16 Stunden lang zu nutzen sind etwa, ehe sie nachgeschärft werden müssen. Oder, dass jedes 360 Zähne habe, jedoch nicht mehr optimal schneide, sobald nur einer davon schief stehe. Die Leistungsaufnahme der Anlage in Höhe von 1.100 kW beeindruckt genauso wie die des ganzen Werks, das bis zu 1.400 kW Strom benötigt.

Zu einer der von Jan-Philipp Alhäuser begleiteten Besuchergruppen gehören Wolfgang und Sabine Schwabe. Sie sind das erste Mal in Langenbach. Das Paar ist gezielt aus dem Taunus in den benachbarten Westerwald gekommen. „100 Jahre? Da fahren wir mal hin“, überlegte sich Wolfgang Schwabe. Er und seine Frau Sabine sind eine gute Stunde mit dem Auto unterwegs gewesen, leben in Heidenrod. „Viel Windenergie bei uns. Heidenrod hat, so glaube ich, jetzt das 19. Windrad aufgestellt“, führt Schwabe aus und ergänzt: „Ich habe bei meiner letzten Bestellung die Pellets von den ‚Westerwälder Holzpellets‘ gekauft.“ Nun wolle er schauen, wie sie gemacht werden.

Seit über 20 Jahren habe er eine Stückholzheizung. Aber er frage sich allmählich, wie lange er, wie bislang, noch selbst Holz machen könne. „Vom Alter her. Also war die Frage, was machen wir: Wärmepumpe oder eine Kombiheizung mit Pellets? Und da haben wir uns für die Kombiheizung entschieden. Wenn es nicht mehr geht, wir nicht mehr gesund genug sind, uns selbst um den Brennstoff zu kümmern, dann steigen wir einfach komplett auf Pellets um.“

Andreas Schneider war zwar zuvor schon einmal bei einem Besuchertag des Langenbacher Energieversorgers, „aber so eine Führung habe ich bisher noch nicht mitgemacht“, betont er. „Wir haben eine Pelletanlage und sind auch selbst im Wald unterwegs. Deshalb sind wir daran interessiert, was man alles mit Holz machen kann. Und wir wollen mal schauen, wo der Brennstoff für unsere Heizung herkommt“, sagt Schneider, der mit Sohn Christoph und dessen Partnerin Helena Holl aus Linz (Kreis Neuwied) zu den diesjährigen „Tagen der offenen Tür“ angereist ist.

 Andreas und Christoph Schneider, Helena Holl (von links): daran interessiert, was man mit Holz machen kann.

Er schildert, dass der Heizungsbauer der Familie bestätigt habe, dass der Betrieb der Wärmequelle mit Westerwälder Holzpellets gut funktioniere, „die sehr gut verbrennen und wir mit Schlacke und Asche keine großen Probleme haben“, so Schneider. Der ökologische Gedanke und der Umstand, mit Holz einen nachwachsenden Rohstoff zu nutzen, habe ihn zur Anschaffung einer Pelletheizung bewogen. „Außerdem gab es damals keine Möglichkeit, einen Gasanschluss zu bekommen für eine Gasheizung. Und aus heutiger Sicht würde ich ohnehin keine Gasanlage mehr machen!“ Seit vier Jahren arbeitet seine Pelletheizung, „ich würde mich wieder so entscheiden“, unterstreicht der Linzer.

Erfahrungen mit Heizmaterial aus Langenbach haben Sylvie und Werner ebenfalls gemacht. „Ich habe hier vor einer Weile Holzbriketts gekauft mit meinem Nachbarn, der auch den Strom von MANN bezieht. Und der hat mir gesagt, ich solle mir das doch gefälligst mal angucken“, zwinkert Werner. Er und seine Partnerin Sylvie wohnen seit zwei Jahren in Stein-Wingert, sind in die Region gezogen. „Die Werksführung ist sehr interessant“, das betonen die zwei. „Ich hatte keine Vorstellung“, fügt Sylvie an. „Ich habe ja schon gesehen, wie riesig das hier ist, als ich die Briketts geholt habe“, erläutert Werner, „aber so eine Bandsäge, die wir gerade gesehen haben, so etwas ist schon beeindruckend.“

Paula könnte unterdessen noch lange weiter mit den völlig ungiftigen Pellets im Pelletwerk spielen. Aber Mama und Papa meinen, dass die Familie nun weitergehen müsse. Paulas Vater möchte im Rahmen der Betriebsführung gerne noch den Großspeicher von „MANN Naturenergie“ sehen, ihr Bruder wünscht sich außerdem eine Runde im kleinen Dampfkarussell. Und ein paar Pommes frites von einem der Verpflegungsstände auf dem MANN-Geburtstag, die wären ebenfalls nicht schlecht!